Mary Island - wie alles begann - Seite 1 Jonathan Philippi Autor Mary Island Startseite Bücher Galerie Travelling with Jonathan Kontakt Blog Über mich Links Termine
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Mary Island - Die Geschichte eines Traums

Wie der Jugendroman entstanden ist. So hat alles angefangen Wie viele Geschichte beginnt auch diese mit einem Wunsch. Es war zur Vorvorweihnachtszeit 2008, meine Tochter, damals 11 Jahre, sagte: „Du Papa!“ Und wenn sie so anfängt, kommt es meist knüppeldick. Zu meiner großen Begeisterung fuhr sie jedoch fort: „Also zu Weihnachten, da brauchst du mir nix zu schenken. Ich habe so viel Plastik-Spielsachen, ich weiß ja gar nicht mehr, wohin damit.“ „Ah, und wie wäre es mit einem Buch?“ „Ein Buch? Hm, ja. Das würde gehen.“ „Und welches?“ „Ein ganz besonderes. Überrasch mich.“ Und so saß ich abends im Hotel an meinem Computer und surfte im Internet auf der Suche nach einem Buch für mein Kind. (Nur der Vollständigkeit halber: Als Berater bin ich ständig unterwegs, meist fünf Tage die Woche und nur am Wochenende zu Hause. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass meine Frau mich nicht rausgeworfen hat!) Aber was könnte meine Kleine interessieren und was hat sie schon? Jeder Vater kann meine Verzweiflung nachempfinden. Zum Glück war es Ende August und die Idee mit dem Geschenk kam auf, weil ein bekannter Discounter bereits Lebkuchen im Angebot hatte und diese auf dem Tisch standen. Okay. Also weitersuchen. Hm, das da? Nö. Oder das? Dafür ist sie zu groß. Nein halt, da ist eins. Oder besser nicht, dafür ist sie wieder zu jung. An meinem privaten Laptop sitzend starrte ich auf den Monitor und schaltete um auf die Textsoftware. Ich öffnete ein neues Fenster, klickte auf den weißen Hintergrund und tippte: „Willkommen auf Mary Island!“ Ich stockte. Was war das? „Steffen, Julia und Justus wandern aus.“ Wohin? „In die USA!“  Mein Computer schien von selbst zu schreiben. Waren das meine Finger? Nein. Okay, dann weiter: Es sind Jugendliche und sie ziehen weg. Ganz weit weg. Sie wollen nur raus! Und wohin? „Hm, auf eine Insel?“ Und in welchem Staat? „Oregon!“, schlug der Computer vor. Ist zu kalt. „Und Kalifornien?“ Zu abgelutscht. „Dann die Ostküste. Florida?“ Zu bekannt. „Die Neuenglandstaaten, Maine, Delaware.“ Um dort auf den Horror von Steven King zu treffen? Na besten Dank auch! „North Carolina“ Wie kommst du denn darauf?, fragte ich den Monitor „Da gibt es ein paar Inseln, die man Outer Banks nennt: OBX, zugebaut bis zum letzten Meter. Sandstrände wie in den Niederlanden an der Nordsee, nur das Wasser ist wärmer“ Ist da der Winter nicht sehr streng? Ich hege Zweifel. „Meine Güte, dann South Carolina. Mein letztes Wort. Da gibt es nicht mehr viel sonst!“ Okay. Wie wäre es mit Charleston? „Da gibt es Inseln, auf denen man wohnen könnte. Ist aber alles versandet und total besiedelt. Bis auf den letzten Meter.“ Und wenn die OBX vor Charleston lägen?, überlegte ich „Hm, dann müsste man eine Sandbank aufschütten. Die Idee gefällt mir!“ Mindestens 35 Kilometer lang und 10 Kilometer breit, damit es sich lohnt. „Oh ja, mit einer Brücke zum Festland.“ Wieso das denn?, fragte ich verwundert. „Ist dir eine Fähre lieber?“ Nein, nein. Wie wäre es mit einem hübschen Touristenort? „Touristen?“ Ich befürchtete, mein Computer wunderte sich. So was! Ja, und Fischer, aber der Fischfang ist am Niedergehen. „Die Finanzkrise, ich verstehe.“ Zum Beispiel. „Okay, wir hätten den Ort. Nun die Personen.“ Zuerst brauchen wir einen Namen. „Den hast du geschrieben: Mary Island.“ Einverstanden und das Kaff nenne ich dann Mary‘s Town. „Das ist doof“, antwortete mir der Computer. „Das mosert die automatische Korrektur im Textprogramm immer an, egal wie oft du es hinzufügst.“ Das stimmt. Mir wurscht! Das klingt klasse, original. Mary Island und Mary‘s Town, sagte ich. „Wie du meinst, aber dir wird keiner glauben, dass diese Insel existiert.“ Falsch. Am Ende darf mir keiner glauben, dass es sie nicht gibt. „Sie ist erfunden. Und alle Leute auch.“ Hey, mach mal langsam. Das wird ein Roman. Da ist alles möglich. Wenn ich will, bringen Elfen meine Kleine an den Strand und putzen ihre Sandalen. „Ich glaube nicht, dass deine Tochter das lesen möchte.“ Nee, ich auch nicht. „Also, wie kommen sie dorthin?“ Durch ... okay ich glaube ich habe es. „Worauf wartest du?“ Du hast recht: Die Verhandlung „Herr Dr. Müller, wenn Ihr Mandant nicht erscheint, werde ich wohl oder übel ohne ihn die Sitzung eröffnen müssen.“ „Herr Vorsitzender, ich habe eben noch mit ihm telefoniert, er muss jede Sekunde hier erscheinen. Wenn Sie gestatten, rufe ich ihn mit meinem Handy ausnahmsweise noch einmal an.“ Die drei Kinder hippelten auf ihren Stühlen hin und her.
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